Ausgabe 1: Grundlagen der 2D Charts

Screenshot m+p Analyzer 2D Charts

Der m+p Analyzer bietet vier Charttypen, die spezielle Anforderungen an die Datenanalyse abdecken: 2D Single-Chart, 2D Multi-Chart, 3D Waterfall-Chart und Colormap. In der ersten Ausgabe betrachten wir die grundlegende Funktionalität von 2D Charts – das Layout, die Online-Datenanzeige sowie die wesentlichen Analysefunktionen.

Basisdiagramm und Positionierung

Im m+p Analyzer sind die Single- und Multi-Charts die Schlüsselkomponenten für das Erfassen und Betrachten der Messdaten. Ein einzelnes Chart kann bis zu 256 Kurven enthalten, die online während der Messung angezeigt und aktualisiert werden. Das Multi-Chart eignet sich für eine strukturiertere Datenanzeige, wenn die Skalierung gleichzeitig auf mehrere Graphen angewandt und Gruppen von Kurvenverläufen gemeinsam in separaten Unterdiagrammen angezeigt werden sollen. Alle Charts lassen sich auf der Arbeitsfläche entweder nebeneinander oder als Tabs (wie im Webbrowser) frei anordnen.

Beispiel

Single-Chart mit unterschiedlich skalierten Achsen

Wenn Daten mit unterschiedlichen Einheiten gemessen werden, z. B. Beschleunigung [g] und Kraft [N], kann das Chart so konfiguriert werden, dass rechts eine zweite Achse mit unabhängiger Skalierung erscheint. Damit kann z. B. die Phasendifferenz zwischen Sinuswellen schon während der Messung online verglichen werden.

Beispiel

Formatierung der Charts

Das Aussehen sowohl der Single- als auch der Multi-Charts lässt sich durch viele Einstellungsmöglichkeiten individuell an die Messaufgabe anpassen. Der Anwender kann Größe und Farbe der Titel, Legenden, Anmerkungen und den Plotbereich ändern. Auch kann er die Farben und den Stil der Gitter und Kurven auf vielfältige Weise individuell festlegen.

Beispiel

Online-Anzeige der Charts

Die Online-Anzeige beim Erfassen der Zeitdaten haben wir bereits vorgestellt. Zusätzlich ermöglicht die Echtzeit-FFT-Funktion des m+p Analyzers die Online-Anzeige unterschiedlicher Metriken, die aus den Messdaten berechnet wurden. Dazu gehören die Spektren von gefensterten Zeitsignalen, Histogramme, Auto- und Kreuzkorrelationen, Leistungsdichtespektren, Auto- und Kreuzleistungsspektren und Übertragungsfunktionen.

Beispiel

Anzeige der Achsen

Für einen bestimmten Messtyp, z.B. eine Übertragungsfunktion, kann der Anwender die Anzeige der Achsen je nach seinen Anforderungen wählen. Der m+p Analyzer unterstützt die üblichen Darstellungsformen wie Real-/Imaginärteil, Amplitude/Phase, logarithmische Amplitude/Phase und dB Amplitude (mit Referenz)/Phasen mit Skalierungen wie peak, peak-peak und RMS.

Beispiel

 

 

Ausgabe 2: Erweiterte Funktionen der 2D Charts

Screenshot m+p Analyzer erweiterte 2D Charts

Der m+p Analyzer bietet vier Charttypen, die spezielle Anforderungen an die Datenanalyse abdecken: 2D Single-Chart, 2D Multi-Chart, 3D Waterfall-Chart und Colormap. In der zweiten Ausgabe unserer Reihe zu den m+p Analyzer Grundlagen beschäftigen wir uns mit den erweiterten Funktionen der 2D Charts.

Chartübersicht mit Zoom

Die Übersichtsfunktion ist hilfreich für das Nachbearbeiten und Betrachten großer Datensätze. Um sich bestimmte Daten detailliert anzusehen, wird ein Zoombereich ausgewählt und in das Übersichtsfeld gezogen.

Beispiel

Chartcursors auf einem Zeitverlauf

Mit vertikalen und horizontalen Cursors lassen sich Messwerte zu bestimmten Zeitpunkten betrachten. Zusätzlich werden nützliche Metriken an den Cursorstellen angezeigt. Mehrere Cursors können mit der „Bandcursor“-Funktion verbunden werden; dadurch verschieben sich die Slave-Cursors zusammen mit dem Master-Cursor in einem definierten Abstand. In Verbindung mit der „Peaksuche“-Funktion können Extreme und ihre relativen Abstände (in Zeit oder Frequenz) so einfach verfolgt und in der Legende des Charts angezeigt werden.

Beispiel

Chartcursors auf einem Spektrum

2D Charts bieten spezielle Cursors für die Analyse spektraler Daten. Der harmonische Cursor zeigt Slave-Cursors an den Frequenzstellen der 1., 2., 3., … Harmonischen ausgehend von der Frequenz des Master-Cursors. Der Seitenbandcursor hingegen zeigt Slave-Cursors mit identischem Abstand links und rechts vom Master-Cursor.

Beispiel

Tachowerkzeug

Das Tachowerkzeug dient dazu, Drehzahlwerte aus einem Tachosignal oder einer Sinuswelle zu extrahieren. Das Werkzeug arbeitet in Echtzeit und kann während der Messung eingesetzt werden, um Drehzahlwerte in Echtzeit zu ermitteln. Die Zusatzfunktionen „Tacho Spline-Fit“ und „Drehzahlextraktor“ sind Teil des m+p Analyzer Softwarepaketes “Drehschwingungsanalyse” und ermöglichen komplexere Verfahren wie das Glätten des extrahierten Drehzahlsignals und das Ermitteln der Drehzahlen aus Schwingungsdaten. Im nachfolgenden animierten Beispiel zeigen wir das Basistachowerkzeug, das zum 2D Chart gehört. Nehmen wir an, dass ein Sinussweep von 20 bis 100 Hz aufgezeichnet wurde. Wir konfigurieren das Tachowerkzeug zur Anzeige der Drehgeschwindigkeit, im Falle unseres Sinussweeps erhalten wir eine Drehzahl von 1200 bis 6000 Umdrehungen pro Minute. Das Ergebnis lässt sich entweder als Cursor auf den Originaldaten darstellen oder als ein neues Signal „Drehzahl über der Zeit“. In unserem Beispiel verwenden wir einen Sinussweep, ebenso können auch die für Messungen mit einem Tachometer typischen reckteckigen Pulsfolgen verwendet werden.

Beispiel

Referenzlinien

Um zuvor erfasste Daten mit den aktuellen Messwerten in Echtzeit zu vergleichen, können Referenzlinien in dem 2D-Chart überlagert werden. Mit dieser Funktion lassen sich aber nicht nur aufgezeichnete Messungen als Referenz darstellen, sondern zum Beispiel auch obere und untere Grenzen beim Messen von Zeitsignalen wie Kräften anzeigen. Die folgende animierte Grafik veranschaulicht, wie ein zuvor erfasstes Spektrum als Referenzlinie definiert und mehrere Impulsantwortmessungen durchgeführt werden, die dann visuell mit der Referenzantwort verglichen werden. Kleiner Tipp: Sie können Referenzlinien schnell hinzufügen, indem Sie beim Drag&Drop einer Messung in das Chart die „Alt“-Taste gedrückt halten.

Beispiel

 

 

Ausgabe 3: 2D Charts - Datenbearbeitung

Screenshot m+p Analyzer Grafiken

In den beiden letzten Folgen unserer Reihe „m+p Analyzer Grundlagen“ haben wir Basisfunktionen von 2D Charts wie Formatieren und Positionieren und erweiterte Funktionen wie unterschiedliche Cursortypen und Referenzlinien vorgestellt. Heute beschäftigen wir uns mit der Datenbearbeitung. Der m+p Analyzer bietet zahlreiche Werkzeuge zur Datenbearbeitung u.a. in den Softwarepaketen “Modalanalyse”, “Drehschwingungs­analyse”, “Schallanalyse”. Einfache Analysefunktionen sind bereits Bestandteil der 2D Charts, die mit der Standardlizenz allen Kunden zur Verfügung stehen.

Online-Berechnungen

Das 2D Chart kann konfiguriert werden, um grundlegende Berechnungen an den aktuell angezeigten Daten durchzuführen. Dazu gehören Integration und Differentation im Zeit- und Frequenzbereich, Oktavspektren mit A-, B-, C- Gewichtung, Orbitplots und viele mehr. Alle Berechnungen können in beliebiger Reihenfolge aneinandergereiht und während der Messung durchgeführt werden. Die folgende Animation zeigt, wie Beschleunigungsdaten während des Messlaufs zu Geschwindigkeit und Weg integriert werden.

Beispiel

Anwendungsbeispiel: Orbitplot eines Lagers

Für dieses Anwendungsbeispiel verwenden wir einen Demonstrator zur Drehschwingungsanalyse, z.B. für Auswuchten oder Orbitanalyse.

Demonstrator Lager Aufnehmer m+p VibPilot

Am linken Lager haben wir zwei Beschleunigungsaufnehmer angebracht, mit denen Schwingungen in x- und y-Richtungen gemessen werden. Im Chart können wir diese Beschleunigungen nun zweimal ingegrieren, um den Weg zu ermitteln und einen Orbitplot zu erstellen. Dieser zeigt uns die Bewegung des Lagers in der x-y-Ebene beim Runterlauf des Demonstrators.

Erstellen des Charts

Bei einer echten Anwendung interessiert man sich normalerweise auch für Zeitverläufe und Frequenzen. In diesem Fall erstellen wir unterschiedliche Charts mit den gewünschten Darstellungen. Die folgende Animation zeigt eine typische Konfiguration und die Verwendung der Layoutfunktion zum Exportieren und Importieren des erstellten Layouts.

Beispiellayout

 

Ausgabe 4: 3D Charts – Online-Waterfall- und Colormap-Charts

Screenshot m+p Analyzer 3D Charts

Der m+p Analyzer bietet vier Charttypen, die spezielle Anforderungen an die Datenanalyse abdecken: 2D Single-Chart, 2D Multi-Chart, 3D Waterfall-Chart und Colormap. In dieser Ausgabe betrachten wir das 3D Chart und seine Onlineanzeigen.

Grundlegende 3D Chartanzeigen

Das 3D Chart zeigt Kurven in einer dritten Dimension wie Zeit, Frequenz oder Drehzahl an. Es können bspw. Zeitverläufe, Spektren, FRFs, Leistungsdichtespektren und viele andere Kurvenformen dargestellt werden. Wie bei den 2D Charts lassen sich das Format und die Eigenschaften des 3D Charts einfach bearbeiten und als Template speichern; siehe hierzu auch Ausgabe 1: Grundlagen der 2D-Charts. Die folgende Animation zeigt unterschiedliche Darstellungsarten: Mehrere Spektren werden aufgezeichnet und während der Messung in dem Waterfall-Chart angezeigt. Durch einen Doppelklick in das Chart kann der Nutzer jederzeit zwischen einer Waterfall- und einer Colormap-Darstellung wechseln. In diesem Fall haben wir das Waterfall-Chart mit einer schattierten Oberfläche konfiguriert, andere Varianten sind möglich.

Beispiel

Beispiel: Mit Cursors in der Colormap eine Ordnung extrahieren

Für das folgende Beispiel haben wir Beschleunigungsdaten einer rotierenden Maschine beim Hochfahren aufgezeichnet. Dazu haben wir den m+p Analyzer (DSA-Pro Lizenz) und ein m+p VibPIlot Messfrontend eingesetzt. Zusätzlich zur Beschleunigung am Lager haben wir die Drehzahl der Maschine aufgezeichnet. Die Messung wurde so konfiguriert, dass die 14,25 s Zeitdaten automatisch in 57 Blöcke von 250 ms Länge aufgeteilt werden. Für jeden Block wird mittels eines FFT-Algorithmus und eines Hanning-Fensters ein Spektrum berechnet. Eine Colormap zeigt die Spektren über der Zeit. Da wir auch die Drehzahl der Maschine aufgezeichnet haben, ordnet der m+p Analyzer jedem Spektrum automatisch die durchschnittliche Drehzahl während der Erfassung zu. So können wir leicht eine Colormap mit der Drehzahl über der Frequenz erzeugen, in der die Drehfrequenz der Maschine und ihre Harmonischen (d.h. die Ordnungen) klar ersichtlich sind. Beispielhaft wird ein Cursor eingesetzt, um die Amplituden der 1. Ordnung über der Drehgeschwindigkeit zu extrahieren.

Beispiel

Dieses Beispiel zeigt einen einfachen und schnellen Weg, wie man mit dem m+p Analyzer eine rotierende Maschine analysieren kann. Für umfassende und komplexe Drehschwingungsanalysen kann das Softwaremodul “Rotate“ lizenziert werden. Damit stehen umfangreiche Werkzeuge zur Erfassung von Tachosignalen, zur drehzahl- und zeitbasierten Erstellung von Colormaps und zum Order Tracking zur Verfügung. Sprechen Sie uns an, wenn Sie weitere Informationen zum m+p Analyzer und seiner Funktionalität zur Drehschwingungsanalyse wünschen.

 

Ausgabe 5: der Projekt-Browser

Screenshot m+p Analyzer Projekt-Browser

Der Projekt-Browser ist das Herz unseres m+p Analyzer, wenn es um die Verwaltung von Projekten, Messdaten und Ergebnissen geht. In dieser Folge der Serie m+p Analyzer Grundlagen zeigen wir Ihnen eine Menge Tipps und Tricks, wie Sie den Projekt-Browser optimal nutzen und Ihre Arbeit in kürzerer Zeit erledigen können!

Grundlagen: 2-Fenster-Layout des Projekt-Browsers

Abbildung 1 zeigt das 2-Fenster-Layout des Projekt-Browsers: Standardmäßig ist der "Measurement"-Tab eingestellt, und die linke Seite enthält einen Baum mit verschiedenen Projekten und ihren Workspaces. Das rechte Fenster zeigt die enthaltenen Messungen mit den zugehörigen Metadaten. Durch Umschalten des Tabs oben werden alle verfügbaren Geometrien, Testdefinitionen, Layouts oder der Papierkorb für das aktuelle (aktive) Projekt angezeigt.

Beispiel

Beachten Sie bitte: Das rechte Fenster zeigt immer alle Messungen *unterhalb* des Eintrags, der im linken Fenster gewählt wurde. Wenn z. B. 'Project 1.sop5' gewählt wird, werden die Messungen von allen Workspaces darunter ('Workspace 1' und 'Workspace 2') auf der rechten Seite angezeigt – drei in diesem Fall. Wird aber ein Workspace gewählt, werden nur die Messungen dieses Workspaces angezeigt, also zwei Messungen für 'Workspace 1' und eine Messung für 'Workspace 2'.

Grundlagen: den Projekt-Browser individuell anpassen

Position ändern: Standardmäßig befindet sich der Projekt-Browser unten am Bildschirm, er kann aber an den oberen, linken oder rechten Rand verschoben werden.

Beispiel

Automatisches Ausblenden während einer Messung: Beim Messen wird der Projekt-Browser oft nicht gebraucht, er kann daher automatisch ausgeblendet werden, sobald die Messung beginnt.

Beispiel

Spalten individuell anpassen: Die Spaltenüberschriften im rechten Fenster können Sie nach Ihren Wünschen ändern. Dazu mit Rechtsklick eine beliebige Spaltenüberschrift auswählen und dann auf 'Select Columns...' gehen. Eine Liste mit allen für dieses Projekt verfügbaren Eigenschaften und Metadaten wird angezeigt, diese können beliebig umbenannt und als Überschrift genommen werden. (Erfahren Sie mehr über die Eigenschaften und Metadaten von Messungen in der nächsten Newsletter-Folge.)

Beispiel

Messungen organisieren: Gruppieren und Filtern

Für umfangreichere Messungen bieten sich die Gruppier- und Filteroptionen an. Die Gruppierfunktion befindet sich im linken Fenster und gilt für alle Workspaces: Innerhalb eines Workspaces können die Messungen z. B. nach Funktion (Spektrum, Zeitverlauf, FRF, Leistungsdichtespektrum, usw.), Antwort oder Referenzkanal, Messzeit oder einfach ihren Namen angeordnet werden.

Beispiel

Gefiltert wird im rechten Fenster: Für jede Spalte kann ein Filter aktiviert werden, um die Anzahl der angezeigten Messungen zu verringern. Durch Rechtsklick auf eine Spaltenüberschrift und anschließendes Anklicken von 'Filtering' erscheint ein Menü mit automatisch erstellten Filtern und einem freien Feld, das wie ein Suchfeld in Windows funktioniert. Wie im Beispiel gezeigt, kann man alle Messungen, deren 'Name'-Feld ein großes 'S' enthält, durch *S* herausfiltern. Ähnlich könnte man alle Messungen, die zu einer bestimmten Zeit durchgeführt wurden, durch Setzen eines Filters wie z. B. '*-12-25' in der Spalte 'Measurement Time' auswählen, damit nur die Messungen vom 1. Weihnachtstag angezeigt werden.

Beispiel

Einige allgemeine Bemerkungen:

  • Die Gruppierfunktion gilt für Workspaces – für jedes Workspace kann eine andere Gruppierung definiert werden.
  • Die Gruppierung kann auf alle Workspaces erweitert werden – durch Rechtsklick auf das Projekt wird die Gruppierung allen Workspaces des betreffenden Projekts zugewiesen.
  • Filter gelten Workspace-übergreifend – sobald ein Filter gesetzt ist, wird das gefilterte Ergebnis angezeigt, auch bei Wechsel des Workspaces.
  • Filter lassen sich kombinieren – dazu Filter in mehreren Spalten festlegen.
  • Die Gruppier- und die Filterfunktion können kombiniert und gleichzeitig genutzt werden.

 

Ausgabe 6: mit Messungen und Metadaten arbeiten

m+p Analyzer Datenstruktur überlappend

Mit dem m+p Analyzer messen und analysieren Sie Schwingungsdaten und erzeugen rückverfolgbare Ergebnisse, die auch nach Jahren noch überprüft und im Zusammenhang betrachtet werden können. In dieser 6. Ausgabe werfen wir einen Blick auf die Datenstruktur des Messobjekts mit seinen Eigenschaften und Metadaten. Sie lernen, wie Sie mit Metadaten während der Messung zuweisen und damit effizient Datensätze analysieren und nachbearbeiten.

Datenstruktur einer Messung

Datenerfassung bedeutet auf den ersten Blick vor allem, ein Spannungssignal zu erfassen - sei es proportional zu Beschleunigung, Druck, Temperatur, o. ä. - und diese Abtastwerte auf der Festplatte zu speichern. Aber das ist lediglich die Grundfunktionen eines Messsystems: Häufig werden nicht nur Zeitdaten gespeichert, sondern auch Spektren, Leistungsdichtespektren, FRFs, Oktaven, usw. benötigt. Während natürlich die tatsächlichen Abtastwerte wichtig sind, müssen die der Messung zugeordneten Eigenschaften wie Abtastrate, Kanalnamen, Referenzen, usw. ebenfalls rückverfolgbar abgelegt sein. Im m+p Analyzer lösen wir dies durch eine Datenstruktur für die Messdaten. Sie besteht aus drei Hauptteilen: Daten, Eigenschaften und Metadaten.

  • Daten: reel- oder komplexwertige Arrays, die die gemessenen/verarbeiteten Daten im Zeit-/Frequenz-/Oktavbereich enthalten
  • Eigenschaften: Werte, die direkt mit den Daten verknüpft sind, z. B. Abtastrate oder Kanalname
  • Metadaten: zusätzliche benutzerdefinierte Informationen, z. B. Name eines Prüflings oder Kalibrierdatum eines Sensors

Messungen können benutzerdefinierte Metadaten enthalten

Viele technische Aufgaben umfassen wiederholte Messungen ähnlicher Prüflinge oder Messungen derselben Prüflinge in einem etwas anderen Versuchsaufbau (z. B. Umgebungstemperatur, Befestigung). In diesen Szenarien, in denen wiederholte Messungen unterschieden werden müssen, können Metadaten und die Auto-Popup-Funktion nützlich sein. Tatsächlich nutzen einige der eingebauten Messmodi des m+p Analyzers diese Funktion, z. B. der Messmodus „shock capture“, den wir hier als Beispiel verwenden werden:

Öffnen Sie zunächst die "Configuration", klicken unten auf "Advanced" und wählen "Meta-data". Sie sehen nun einen Tab mit dem Namen "Metadaten". In diesem Tab können Sie benutzerdefinierte Metadaten-Tags angeben, die für die jeweilige Messaufgabe passend sind. Metadaten werden durch Name-/Werte-Paare angegeben, die in einer Tabelle dargestellt werden. Im Feld Name wird die Bezeichnung wie Firma, Prüflingsnummer, Bediener, o. ä. angegeben, es kann später zum Filtern von Daten verwendet werden. Das Feld Wert ist der eigentliche Inhalt, der ein Text, ein Datum oder eine vordefinierte Werteliste sein kann. Wenn also bspw. nur drei Prüflinge getestet werden, kann man eine Liste anlegen und muss während der Testkampagne lediglich den Prüfling auswählen, anstatt den Namen jedes Mal neu zu schreiben.

Das Kontrollkästchen "Auto prompt metadata" aktiviert die Auto-Popup-Funktion, die beim Starten einer Messung einen Metadatenbildschirm anzeigt. Das folgende Beispiel zeigt, wie Sie den m+p Analyzer konfigurieren und die Metadatenfunktion Auto-Popup aktivieren.

Beispiel

Daten, Eigenschaften und Metadaten im „Measurements“-Editor prüfen und bearbeiten

Sie können alle Daten, Eigenschaften und Metadaten einer Messung im „Measurements“-Editor prüfen und bearbeiten. Wählen Sie mehrere Messungen aus, um mehrere Werte verschiedener Messungen gleichzeitig zu bearbeiten.

Beispiel

Benutzerdefinierte Spalten und Filtermöglichkeit des Browsers für Metadaten

Alle Metadaten-Tags können im Browser als Spaltenüberschriften angezeigt werden. Die Spaltenfilter (siehe auch Ausgabe 5 im letzten Newsletter) können auch auf Metadaten angewendet werden, um nach ähnlich markierten Messungen zu filtern.

Beispiel

Ausgabe 7: Throughput to Disk und Nachbearbeitung

In dieser Ausgabe unserer Newsletter-Reihe beschäftigen wir uns mit den Throughput- und Nachbearbeitungsfunktionen des m+p Analyzer. Sie erfahren, wie der m+p Analyzer für die Throughput-Aufzeichnung eingerichtet wird und wie die erfassten Daten im Post-Processing verarbeitet werden.

Was ist Throughput und warum sollte ich es nutzen?

Throughput bezieht sich auf den Vorgang des direkten Schreibens (Streamings) der erfassten Daten auf die Festplatte. Der m+p Analyzer bietet viele Online-Berechnungsfunktionen wie FFT, FRF, PSD, Oktavspektren, Order Tracking und so weiter. Wir nennen das online, weil alle Metriken berechnet werden, während die Messung läuft. Nach Abschluss der Messung werden die berechneten Daten in der Projektdatei .sop5 gespeichert. Siehe Flussdiagramm unten.

Oftmals müssen wir diese online bearbeiteten Daten nur speichern und anschließend analysieren. Zum Beispiel bei einem Impulshammertest: Für die Modalanalyse benötigen wir nur die gemessenen FRF - die ursprünglichen Zeitdaten werden für die Modell­extraktion nicht benötigt. In anderen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, den ursprünglichen Datenstream zu verwenden. Bei der Drehschwingungsanalyse beispielsweise, wenn das Hochlaufen einer Maschine gemessen wird, ist es vielleicht nicht offensichtlich, wie man die Auswertungseinstellungen wählt, bevor man das Messergebnis kennt. In diesen Fällen ist es sinnvoll, die Daten einfach auf den PC zu streamen und anschließend anhand der erfassten Daten verschiedene Einstellungen auszuprobieren.

Im m+p Analyzer werden Throughput-Daten in .sot-Dateien mit einem binären Dateiformat für schnellen Festplatten-I/O gespeichert. Nach der Erfassung können wir diese Datei mit einem Workspace verknüpfen und die darin enthaltenen Daten genauso verwenden wie wir es von anderen Messungen gewohnt sind. Zusätzlich können wir diese Datei für das Post-Processing verwenden: Die Datennachbearbeitung ist ähnlich wie eine Messung, nur dass die Daten nicht von der Messhardware, sondern aus der .sot-Datei stammen!

So können wir im Post-Processing fast alles machen, was wir während der Messung machen (außer die Abtastrate ändern). So könnten wir für unseren Hochlauf prüfen, ob eine andere Blockgröße, ein Overlap oder ein anderer Ordnungsalgorithmus unser Ergebnis verbessert - und zwar ohne den Test selbst zu wiederholen!

Im Folgenden sehen Sie, wie Sie die Throughput-Funktion einrichten und das Post-Processing verwenden.

Beispiel

Ausgabe 8: Berichterstellung

PDF DOCX Symbole

In dieser Ausgabe unserer Reihe m+p Analyzer Grundlagen beschäftigen wir uns näher mit der Berichterstellung im m+p Analyzer. Sie lernen, wie Sie Berichte definieren, Templates sichern und laden und Berichte in kürzester Zeit erstellen.

Individuelle Berichte erstellen

Der m+p Analyzer fügt 2D Charts, 3D Charts und Bewegungsformen automatisch in .pdf und .docx Dokumente ein. Ein Bericht kann so definiert werden, dass alle Daten eines Projekts einfließen oder nur die Daten aus dem aktuell gewählten Workspace. Mit Templates für Workspaces geht das Reporting besonders schnell: Mit der rechten Maustaste auf die Workspaces klicken, „Report (Workspace)“ wählen und schon ist der Bericht erstellt.

Beispiel

Screenshot m+p Analyzer Berichte animiert

 

Das Layout für den Bericht ist vorkonfiguriert, so dass die wichtigsten Informationen grundsätzlich enthalten sind, kann aber individuell an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Zahlreiche Konfigurationsoptionen werden angeboten, dazu gehören vor allem:

  • Title page: Anzeige von automatisch generierten Titeln, die auf Workspaces oder Projektnamen, Benutzernamen und Ihrem Firmenlogo basieren.
  • Description: Freier Text, z. B. eine Beschreibung der Messaufbaus, kann auf der zweiten Seite des Dokuments angezeigt werden.
  • Measurements: Es gibt zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten zum Sortieren, Gruppieren und Anzeigen von Messungen, wie:
    - Anzahl Charts per Seite
    - Anzahl Messungen per Chart
    - Datentyp, z. B. Zeitdaten oder Spektren
    - Anzeige von Metadaten oder berechneten Eigenschaften
    - Anpassbare Schriftgröße, Linienfarbe, Chartgröße
    - Anzeige von Cursors an markanten Stellen in einem Spektrum
  • Modes: Eine Übersichtstabelle aller Moden und Metadaten wie Frequenz oder Dämpfung kann zusammen mit der Schwingungsform angezeigt werden.
  • Setup: Messdefinitionen können in den Bericht aufgenommen werden, um die Kanalkonfiguration anzuzeigen.

Dies sind nur einige der vielen Optionen für personalisierte Berichte. Die Möglichkeit, das Berichtslayout für künftige Projekte als Template zu speichern, ist besonders komfortabel. Eine Template-Datei kann aus dem m+p Analyzer exportiert, mit Kollegen ausgetauscht und in neue Projekte importiert werden.

 

Icon Chart Serie

m+p Analyzer Grundlagen

Lernen Sie die Basisfunktionalität unseres NVH-Softwareprodukts m+p Analyzer kennen. Beginnend mit der grundlegenden Anzeige von Messdaten über Datenhandling und -filterung werden wir in den folgenden Ausgaben zu komplexeren Funktionen wie der Auswertung und Visualisierung kommen. Animierte Grafiken veranschaulichen die kurzen Beschreibungen.

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